In einer halben Stunde von Köln nach Berlin? Der Hyperloop – Die fünfte Art der Transportation!

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Elon Musks Hyperloop

 

Köln – Berlin,
München – Hamburg…

Wenn du schon einmal so eine Strecke gefahren bist, dann weißt du auch wie unglaublich nervig dieser Weg sein kann!

Mit dem Auto benötigt man ein Minimum von 6 Stunden für die Fahrt – und das auch nur bei guten Verkehrsbedingungen! (Mit dem Fernbus sogar 8!!)

Wie will man das also jetzt bitte in einer halben Stunden schaffen, wenn alleine schon ein Flugzeug eine volle Stunde benötigt??

Die Antwort ist – das Transportmittel der Zukunft:

Der Hyperloop!

Beispielgrafik eines Hyperloop in Europa

Was ist der Hyperloop?

Bisher sollten dir 4 Formen der Transportation bekannt sein:

  1. Automobile
  2. Züge
  3. Schiffe
  4. Flugzeuge

Der Hyperloop stellt eine fünfte, bisher noch ungenutzte Form dar.

Er ist ein Hochgeschwindigkeits-Transportsystem, in dem Passagiere in einer unter Druck gesetzten Kapsel auf einem Luftpolster fahren.

 

Und ja ich weiß, langsam wird’s schon fast nervig… Aber ‘mal wieder müssen wir dem guten Elon Musk ein wenig Credit dafür einräumen, da er dieses Projekt ins Leben gerufen hat.

Auf die Idee kam er, als er als er einmal im typischen L.A. Stau stand und über eine Stunde zu spät zu einem wichtigen Meeting kam.

Und Musks Ambitionen sind mal wieder alles andere als gering. Mit dem Hyperloop möchte er nicht weniger vor als das weltweite Transportwesen revolutionieren – so wie er es auch schon in der Raumfahrt und mit Elektroautos getan hat.

Im Zentrum stehen dieses Mal im Besonderen Massentransporte.

 

Das Prinzip des Hyperloop ist denkbar simpel

Stell‘ dir einfach eine lange Röhre vor mit schätzungsweise 2 Meter Durchmesser. Durch diese Röhre fährt dann eine bemannte Kapsel.

Das Hyperloop Prinzip

Die Röhre wird von innen so beschichtet, dass bei Kontakt mit der Kapsel möglichst wenig Reibung entsteht – ähnlich wie bei einem Airhockeytisch, oder wenn du dir deine Lieblingshand verletzt hast (badum-tss).

Im Tunnel selbst wird dann durch Pumpen, die die Luft absaugen, ein Teilvakuum erzeugt. Dadurch verringert sich der Luftwiderstand, was wiederum 2 Vorteile mit sich bringt:

  1. Es muss weniger Energie aufgebracht werden, um die Transportkapsel zu beschleunigen.
  2. Dadurch können deutlich höhere Geschwindigkeiten erzielt werden als unter normalen Bedingungen.

Das System soll im Schnitt 900 km/h zurücklegen können, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 1.220 km/h. Holy Fuck!!

Als finalen Antrieb werden entweder elektrische Motoren verwendet, die an Schienen befestigt sind, oder aber die noch etwas neuere Magnetschwebetechnik.

Die einzelnen Kapseln werden sowohl zum Personen- als auch Lastentransport eingesetzt.

Personentransportkapseln sollen ungefähr 28 Menschen Platz bieten.

Beispieldesign eines Hyperloop-Personentransportwagens

„Okay, aber was bringt mir diese neue Technologie jetzt konkret?“, magst du dich vielleicht fragen.

Schauen wir uns ‘mal ein paar Vor- und Nachteile des Hyperloops an…

Vorteile:

  • In der Theorie können die Kapseln innerhalb der Röhre keinen Unfall bauen.
  • Die Herstellung wäre extrem günstig. Damit können auch die Fahrpreise niedrig gehalten werden. Eine Fahrt mit dem Hyperloop würde ersten Angaben zufolge gerade einmal um die 25 $ kosten. Im Vergleich dazu – ein Flug für die gleiche Strecke beliefe sich auf knapp 100 $.
  • Der Transport wäre deutlich schneller als mit jedem anderen bekannten Fortbewegungsmittel, das wir kennen.
  • Der Hyperloop arbeitet extrem energieeffizient. Um genau zu sein könnte er sogar mehr Energie erzeugen, als er verbraucht. Wie das? Auf der Oberseite der Röhren sollen Solarmodule angebracht werden und die Pfeiler, auf denen die Röhren befestigt sind, könnten zusätzlich Windenergie aufnehmen. Wenn der Hyperloop also 24/7 in Betrieb wäre, könnte er nachts die Energie nutzen, die er am Tag gesammelt hat – Genius!
Intelligente Energienutzung des Hyperloop

Das klingt alles viel zu schön, um wahr zu sein und ja – vieles von dem was genannt wurde, ist noch spekulativ.

Jetzt melden sich die Kritiker zu Wort:

  • Einige von ihnen haben große Zweifel, ob überhaupt so ein großes Vakuum erzeugt werden kann. Für die geplante Strecke in Kalifornien müsste man aus einem Raum von circa 1.800.000 m³ die Luft raus lutschen. Im Vergleich dazu hat die weltweit größte Vakuumkammer der NASA gerade einmal für 30.000 m³ Luft (oder eben nicht…)
  • Die Baukosten könnten ebenfalls deutlich zu gering bemessen sein. Unerwartete Produktionskosten könnten die Ticketpreise in die Höhe schießen lassen.
  • Bei so hohen Geschwindigkeiten hätte die Hyperloopkapsel einen extrem langen Bremsweg (schätzungsweise 2km).
  • Die Erfahrung an sich könnte den Leuten große Angst machen. Stell’s dir einfach mal kurz vor: Du bist eingeengt auf kleinstem Raum in einem dunklen Stahltunnel ohne Fenster. Die hohe Geschwindigkeit führt zu lauten Vibrationen, welche gegen dein Trommelfell hämmern. Und wenn du Pech hast wird die dabei auch noch übel. Wie würdest du dich fühlen?
  • Auch logistische Fragen bleiben bisher ungeklärt: Was tun bei Fehlfunktionen oder falls es doch einmal zu unerwarteten Unfällen kommt? Wie will man die Leute in einem Notfall evakuieren?

Musk hat geantwortet, dass ihm diese Herausforderungen durchaus bewusst sind. Er versicherte aber, dass er großes Vertrauen in die Fähigkeiten und Kreativität der Ingenieure setzt, die daran arbeiten.

Für jedes Problem gibt es eine Lösung!

Das hat Musk in den letzten Jahren bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Man darf also gespannt bleiben…

Die Entwicklung ist bereits in vollem Gange

Leider hat der gute Elon selbst allerdings keine Zeit sich persönlich um dieses Vorhaben zu kümmern.

Schließlich ist er gerade damit beschäftigt Menschen auf den Mars zu schießen, die Menschheit von der Erdölabhängigkeit zu befreien und so’n Kinderkram.

Also reichte er seine Idee weiter und machte einen Wettbewerb daraus. Mehrere Unternehmen wurden gegründet, um das Projekt in Angriff zu nehmen.

Die drei wichtigsten sind Hyperloop Transportation Technologies Inc. (HTT), SpaceX (als Studentenprojekt mit diversen Universitäten) und Hyperloop One. HTT und Hyperloop One haben bereits mit über 10 Regierungen gesprochen, um Hyperloops in ihren Hauptstädten zu bauen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen demnächst die Arbeiten für eine Hyperloop-Strecke beginnen, welche die beiden Städte Abu Dhabi und Dubai verbinden soll.

Und so soll das ganze einmal aussehen, wenn es fertig ist:

Ich liebe die Zukunft…

Ausblick

Der Hyperloop bietet eine fantastische Möglichkeit für junge Ingenieure, Erfinder und Designer ihrer Kreativität für etwas freien Lauf zu lassen, das die Welt maßgeblich verändern könnte.

Dieses Vorhaben könnte das Reisen im Mittelstreckenbereich komplett revolutionieren!

Die Distanz zwischen Arbeits- und Lebensraum würde keine große Rolle mehr spielen. Du könntest also problemlos weit außerhalb von Berlin leben und wärst trotzdem in 10 min in der Stadt, falls du dort arbeitest.

Auch Fernbeziehungen erführen dadurch eine völlig neue Perspektive! (Und so gäbe es noch mehr Internet-Singles in deiner Umgebung, die nur darauf warten dich zu treffen!)

 

Und vielleicht ist das ja alles nur der Startschuss für noch weitere, völlig abgefahrenere Sachen.

Die Ketten der Konventionen wurden auf jeden Fall auch im infrastrukturellen Sektor gesprengt. Was folgt ist ein neues Zeitalter der Disruption, in dem kreative Ideen alte Denkmuster zerreißen!

Was ist deine Idee?

Und was hältst du vom Hyperloop? Würdest du damit fahren, wenn sich dir die Gelegenheit bietet?

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