Die dunkle Seite von Google – Googles Weg zur Weltherrschaft (2/2)

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Teil 2 – Die dunkle Seite von Google

 

In Teil 1 dieser Reihe hast du eine Menge über Googles geplante Projekte in der Zukunft erfahren – z.B. futuristische Kommunikation oder biologische & virtuelle Unsterblichkeit.

Die ganzen Ideen klangen auf jeden Fall sehr optimistisch und machten deutlich Lust auf die Zukunft.

Heute wird es ein klein wenig dystopischer. Also mach‘ dir eine warme Milch, schnapp dir dein Lieblingskuscheltier und los geht’s!

 

Die dunkle Seite von Google – Der Netzwerk-Effekt

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du verstehst, wieso ein Konzern wie Google so mächtig ist – nämlich dank dem Netzwerk-Effekt!

Was ist der Netzwerk-Effekt?

Der Netzwerk-Effekt besagt: „In jedem Netzwerk steigt der Nutzen für alle Teilnehmer, wenn neue Nutzer hinzukommen.“

Wenn du also bei Facebook angemeldet bist und mehr und mehr Leute dieses Netzwerk ebenfalls nutzen, dann ist das gut für dich. Denn du möchtest ja nicht nur mit der Hälfte deiner Freunde verbunden sein.

Bei Mangos zum Beispiel ist es etwas anders…

Je mehr Leute diese biblisch köstliche Frucht (ja, ich mag Mangos) in deinem Supermarkt auch haben wollen, desto teurer werden sie schließlich und dein „Nutzen“ daran sinkt.

 

„Aber ist das nicht alles dufte, wenn mehr Leute nur ein einziges Produkt nutzen?“

Jein.

Klar bringt dir Google durch diverse Produkte immer mehr Vorteile.

Aber es führt auch dazu, dass die starken Firmen immer stärker werden und die Schwachen immer schwächer – bis sie letztlich ganz aus dem Markt gedrängt werden.

Mit anderen Worten:
Der Netzwerkeffekt führt zu Bildung von Monopolen!

Und Google nutzt seine Monopolstellung sehr aggressiv, um seine Konkurrenten gewissenlos ins Abseits zu drängen.

Natürlich bilden Googles Tochterfirmen da keine Ausnahme. Oder hältst du es für einen Zufall, dass man seit geraumer Zeit auf Google kaum noch Videosuchergebnisse von myvideo, clipfish, oder vimeo mehr findet?

Fragen wir das Orakel!

Abbild des Orakel von Delphi (aus der griechischen Mythologie)

Seit Google YouTube gekauft hat, wird die Videoplattform auf der Suchmaschine sehr aggressiv nach vorne geschoben während die Konkurrenten auf der Strecken bleiben – auch wenn diese zufällig genau das Video haben sollten, dass du suchst und YouTube nicht.

Anders gesagt: Der Kunde (also du…und deine Mutter) wird verarscht!

Du denkst, dass du objektive Suchergebnisse geliefert bekommst. Dabei wirst du aber nur zu anderen Google Produkten weitergeleitet, selbst wenn diese nachweislich schlechter sind als die der Konkurrenz.

Es gibt ein Wort für so etwas:

Kartell.

 

Die dunkle Seite von Google – Google regiert die Welt

Kannst du dich noch an all die tollen Erfindungen aus Teil 1 erinnern? Geil oder?!

Natürlich haben aber auch diese leider ein paar Kehrseiten…

 

Zum Beispiel bei der Nutzung der Navigations-App Waze. Solltest du sie dir heruntergeladen haben, wird Google immer deinen Standort wissen sowie wohin du dich gerade bewegst.

Die Haus-Automatisierungs-App Nest, welche Rauchmelder, Thermostat und Bewegungssensoren für dich einstellen soll, sendet einfach gleich Daten aus deinen eigenen 4 Wänden an Google.

Besonders brisant dürfte es werden, wenn du den kürzlich von Nest erworbenen Video Monitoring – Dienst Dropcam mit in Anspruch nehmen solltest (Ich würde dir empfehlen keine Kameras im Schlafzimmer zu installieren).

Du merkst langsam wo das hinführt, oder?

Google Streetview war dagegen ein Kindergeburtstag!

 

Und wenn Googles Strategie der Monopolisierung weiter aufgeht, dann bewegen wir uns bald in einer reinen Google Welt:

Selbstfahrende Autos fahren dich mit Waze am schnellsten vor die Türen der Geschäfte, die Google am meisten für deinen Besuch bezahlt haben.

Bei dir zu Hause verwalten sich mithilfe von Nest alle Geräte selbst, während Google Roboter kostenlos für dich die Hausarbeit erledigen und dabei bis in die letzten Winkel deines Privatlebens hineinschauen können.

Durch Gmail und Chrome werden deine Emails und Browserverläufe protokolliert.

Jede Begegnung mit einem anderen Androidhandy-Besitzer wird ins Silicon Valley gemeldet. Gespräche können über die offenen Mikrofone direkt ausgespäht und aufgezeichnet werden.

Und der geringere Teil der Menschen, der kein Androidhandy besitzt, kann dennoch über Kameras und Gesichtserkennung erkannt werden. Niemand ist sicher vor Google.

 

Das alles wäre aber nur halb so pervers, wenn wir es nicht freiwillig durch das Zustimmen der Nutzungsbedingungen legitimieren würden!

Mal im Ernst – hast du die jemals auch nur ansatzweise durchgelesen? (Ich hab’s ‘mal probiert. Bin eingeschlafen…)

Es ist ein offenes Geheimnis. Wir Nutzer geben unsere Privatsphäre mit Kusshand nach und nach auf.

Damit errichtet sich Google ein ganz eigenes Reich. Eines in dem es niemandem mehr Rechenschaft schuldig ist! Durch eine neue Form von Macht, die nur auf Daten basiert.

Google kennt alle Vorlieben eines jedes Nutzers. Damit kann es ganz einfach Kundenströme lenken und Wettbewerber ausschalten – die ultimative Form der Manipulation!

So entsteht ein Staat außerhalb eines Staates – ohne gesetzliche Einschränkungen.

Zusammengefasst:
Die Freiheit im Internet fördert den Netzwerk-Effekt. Der Netzwerk-Effekt erschafft Netzmonopole und Netzmonopole mindern wiederum die Freiheit.

 

Die dunkle Seite von Google – Die Macht über Leben und Tod

Tut mir Leid. Ich bin leider noch nicht fertig. Das Gruseligste kommt erst noch…

Denn wie in Teil 1 bereits erwähnt, liegt laut Ray Kurzweil bald alles was wir tun und denken in der Cloud. (Ja, das auch. Das sagte ich doch bereits!!)

Wo soll das alles enden?

Was bleibt von einem Menschen eigentlich noch übrig, wenn er nach und nach durch Maschinenteile ersetzt wird?

Wenn dein eigener Körper mit Mikrofonen und Kameras bestückt ist und jedes noch so kleine Nießen von dir in Echtzeit ins Netz hoch geladen wird… Ist das etwa deine Vorstellung von Harmonie und innerem Frieden?

Es wird sogar schon laut darüber diskutiert Computerchips in die Knochen von Neugeborenen einzusetzen – natürlich mit der Begründung alle Änderungen ihrer Lebensfunktionen direkt ins Netz zu melden.

Vorsicht! Wir steuern allmählich auf eine Kultur des Machbarkeitswahns zu, ungeachtet jeglicher ethischer Grenzen.

Und diese Gefahr gipfelt in der Besiegung des Todes selbst.

 

Wie du dich vielleicht erinnern kannst, lautet das momentan ultimative Projekt des Silicon Valley den Menschen in die Cloud hochzuladen.

Und da man es nicht ausschließen kann, gehen wir für einen Moment einfach ‘mal davon aus, dass es möglich ist und Google es eines Tages schaffen könnte.

Wo genau würde dein Geist dann eigentlich liegen?

Überall und nirgendwo. In der Cloud eben – also einem virtuellen Ort fernab von irdischer Gesetzmäßigkeiten.

Die Grenze zwischen einzelnen Individuen würde nur noch von wenigen Bytes definiert.

Gruselige Vorstellung. Schnipsel von dir könnten in der Antarktis lagern, andere in Berlin, wieder andere in San Francisco.

 

Auch Umprogrammierungen des menschlichen Geistes wären dann denkbar – also Manipulationen und Gehirnwäschen durch das simple Verschieben einiger Nullen und Einsen.

Ist dann das, was du denkst auch wirklich das, was du denkst?

Man würde es nicht wissen.

Die hochgeladenen Gehirne könnten sich dagegen nicht wehren. Man ist dem System vollkommen ausgeliefert.

Die Plattform bestimmt buchstäblich über Leben und Tod.

Ein einfacher Stromausfall käme einer Apokalypse gleich.

 

Die dunkle Seite von Google – Das Ende jeglicher Privatsphäre

Und wenn Google auch damit so weiter machen würde wie bisher, dann sehe es um die Rechte der Kunden finster aus.

Durch das Akzeptieren der strikten, allgemeinen Geschäftsbedingungen, räumst du dem Konzern doch schon heute weitreichende Kontrolle über deine Daten ein.

Beim Upload deines Geistes wäre das natürlich nicht anders. Du würdest Google mit einem einzigen Mausklick den eigenen Geist, deine Seele oder was auch immer zur vollen und uneingeschränkten Nutzung überlassen.

In diesem Szenario unterschreibst du dann deine eigene Selbstaufgabe für die wirtschaftliche Nutzung eines Unternehmens.

Individuelle Werbung wird dir direkt ins Bewusstsein eingespielt – perfekt auf deine Interessen abgestimmt. Deine Vorlieben lassen sich ja problemlos auslesen, da dein Geist bereits in der Cloud feststeckt.

Spätestens hier endet die romantische Science-Fiction Darstellung vom ewigen Leben!

Die Stasi war ein Witz dagegen!

„In einer Welt á la Kurzweil würden die Menschen in einer Größenordnung ausgespäht werden, die selbst George Orwell paranoid vorgekommen wäre“

, beschreibt es der Schriftsteller Christoph Keese in seinem Buch Silicon Valley treffend.

 

Fazit

Es besteht eine gerechtfertigte Gefahr, dass einige „Cybertotalitaristen“, berauscht von der Technik und ihren Möglichkeiten, kein Ende des Machbarkeitswahns erkennen lassen.

Deshalb sollten wir stets wachsam bleiben, wenn es um unsere persönlichen Daten geht – sowohl jetzt, als auch in der Zukunft.

Schließlich geht es um nicht weniger als die Software zu schreiben, die das Zusammenleben der gesamten Menschheit steuern soll.

Die bisherige Ausspähung von Google, Facebook und Co. deiner und meiner Daten lässt bisher nichts Gutes erahnen und gesunde Skepsis ist mehr als angebracht – trotz der verlockenden Vorteile, die uns diese Technologien bringen könnten.

 

Was ist mit dir? Würdest du für das ewige Leben einen Pakt mit dem Teufel schließen?

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