Altern – Die schlimmste Krankheit der Menschheit?

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Was bedeutet es zu altern?

 

Lass mich dir einen Mann vorstellen, der auf diese Frage eine sehr eigensinnige Antwort hat.

Einen Mann mit einer Vision. Eine Vision, die so aberwitzig und unglaublich ist, dass man sich das Schmunzeln kaum verkneifen kann, wenn man sie zum ersten Mal hört:

Er will das Altern aller Menschen aufhalten!

Wie Indiana Jones vor ihm, sucht auch er nach dem heiligen Gral. Der Quelle der ewigen Jugend.

Der Forscher und Wissenschaftler:

Dr. Aubrey de Grey

Der Allmächtige? (becomingsuperhuman.com)

Ich weiß, was du jetzt denkst.

Famoser Bart! (Und du hast absolut recht damit!)

Aber noch famoser als sein Bart sind seine Bemühungen, seine Vision in die Tat umzusetzen.

 

De Grey bezeichnet den Prozess des Alterns als „eine Konsequenz lebenslanger Anhäufung von progressiver, schädigender Veränderung auf molekularer und zellulärer Ebene“.

Ähm…okay…

Mit anderen Worten sieht er das Altern als eine Art Krankheit an.

Eine Krankheit, die so gravierend ist, dass sie mit Abstand die höchste Sterblichkeitsrate von allen Krankheiten besitzt (plus minus 100 Prozent).

 

Das Sterben selbst ist beim Altern aber nicht das einzige Problem, sondern vor allem der lange Leidensweg bis hin zum Tod.

Die meisten Menschen, die alt werden, bekommen irgendwann eine altersbedingte Krankheit (z.B. Alzheimer, Herzkrankheiten, viele Krebsarten, etc.).

Dann leiden sie ein paar Jahre bis ihr Körper die Qualen nicht mehr erträgt und schließlich (Achtung – Wortspiel!) den Geist aufgibt.

Das – bedeutet – Altern!

 

Und genau diesen „Abwärtstrend“ gilt es zu verhindern.

Aubrey de Grey ist der aufrichtigen Überzeugung, dass mit ausreichender Forschung und den richtigen Mitteln, diese Krankheit geheilt und das Altern verhindert werden kann.

De Grey vergleicht den menschlichen Körper mit einer Maschine wie einem Auto, oder einem Flugzeug.

Die meisten Autos wurden nur für eine „Lebensspanne“ von 10-15 Jahren gebaut, um danach wieder verschrottet zu werden. Und viele geben nach dieser Zeit tatsächlich den Geist auf. Dennoch gibt es manche Autos, die sogar heute, nach 100 Jahren durchgängiger Benutzung, immer noch fahren.

Warum ist das so?

Die Antwort lautet:
Regelmäßige, vorbeugende Instandhaltung.

Man sollte ein Auto also nicht erst reparieren, wenn es kaputt ist, sondern stattdessen regelmäßig warten und präventiv Reparaturmaßnahmen vollziehen. Somit könnten es weitaus länger als seine natürliche Lebensspanne funktionieren.

Und exakt das gleiche soll in der Theorie auch auf bei dir funktionieren!

 

Okay, du bist also ein Auto!

Naja nicht ganz. Es gibt zwei wesentliche Unterschiede:

  1. Dein Körper ist deutlich komplexer. Deswegen verstehen wir ihn noch nicht so gut wie den eines Autos. Schließlich haben wir ihn ja nicht designed.
  2. Dein Körper hat bereits automatisierte Reparaturmechanismen gegen auftretende Schäden. Allerdings sind diese leider nicht ausgereift genug für Zeitspannen von mehr als 100 Jahren. Uns fehlen derweil also noch ein paar Werkzeuge in unserem Kasten.

Hier knüpft de Greys Forschung am Altern an

Er beschreibt das Altern als eine Art Nebenerscheinung vom lebendig sein. Nach seinen Worten Eine Ansammlung von „Schaden“, den der Körper bereits vom Kindes- und Jugendalter beginnt anzuhäufen.

Leider fällt dieser Schaden den meisten Menschen erst auf, wenn er sich so lange angesammelt hat, dass ihre Körperfunktionen versagen.

De Grey versucht also vorbeugende Therapien zu entwickeln, die diese sich anhäufenden Schäden reparieren noch bevor sie gravierend und irreparabel werden. Dies könnte die Entstehung von altersbedingten Krankheiten im Allgemeinen verhindern.

 

Und er ist guter Dinge. Seine konkrete Vorhersage lautet:

Es besteht eine 50:50 Chance, Therapien in den nächsten 20-25 Jahren zu entwickeln, welche das Altern erheblich unterbinden.

Das würden du und ich vermutlich sogar noch erleben! (Jetzt wird’s interessant, oder?)

Entscheidend hierfür ist aber vor allem die Aufmerksamkeit der breiten Masse und die damit verbundene finanzielle Unterstützung.

Wie würde so eine Therapie denn aussehen?

Die Behandlung müsste auf jeden Fall wiederkehrend ablaufen. Der Körper hört nämlich niemals auf Schadstoffe zu produzieren.

Die Häufigkeit ist jedoch von Faktoren abhängig, die sich im Moment noch unmöglich bestimmen lassen.

Die ersten Therapien wären vermutlich chirurgischer Natur. Also schnipp schnapp, neues Herz, neue Leber – so nach dem Motto.

Nach dieser first generation therapy würde man an nicht invasiven (also den Körper nicht durchdringenden) Therapien arbeiten – wie z.B. durch Injektionen, oder auch oral.

Je besser die nicht invasive Therapie also funktionieren würde, desto regelmäßiger und effizienter könnte man sie anwenden.

 

In der Theorie kann damit unsere natürliche Lebensspanne um ein Vielfaches verlängert werden.

Das eigentliche Verhindern des Sterbens fällt für de Grey derweil noch in den Bereich der Philosophie. Aber da kennen wir ja nichts. Also lass uns mal kurz etwas philosophisch werden!

Was wäre, wenn wir tatsächlich ewig leben würden?

 

Kritiker behaupten wir würden durch das Lösen dieses Problems viele neue Probleme schaffen:

Würde die Erde nicht überbevölkert werden?

Wie machen wir das mit der Rente?

Wären die Therapien für jeden zugänglich?

 

Betrachten wir mal das Problem mit der Überbevölkerung. Was würde passieren wenn wir nicht mehr sterben würden?

Zum einen würden die Geburtenraten drastisch zurückgehen. Viele Frauen könnten ihr erstes Kind theoretisch erst mit 70 bekommen, da es keine Menopause mehr gäbe.

Außerdem müssen wir uns ins Gedächtnis rufen, dass nicht die Anzahl der Menschen unseren Planeten zerstört, sondern unser Verhalten.

Würden die Menschheit kollektiv auf erneuerbare Energie umsteigen und aufhören unseren Planeten dermaßen zu vergewaltigen, würde die Erde locker ein Vielfaches von uns ertragen können.

Und sollte es wirklich einmal zu viel für unseren Planeten werden? In dem Fall gibt es ja noch weitere Visionäre wie Elon Musk, die bereits planen andere Planeten und Monde zu besiedeln wie ich es hier beschrieben habe:

Erde 2.0 – Wie Elon Musk den Mars erobert (1/2)

Auf alle anderen philosophischen Fragen hat de Grey eine Generalantwort:

Stell‘ dir einfach mal alles im Verhältnis vor!

Wie schwerwiegend wären denn all diese möglichen Probleme überhaupt wirklich? Sind sie tatsächlich schlimmer als das totsichere Problem, dass wir krank werden und elendig verrecken, wenn wir alt werden?

Außerdem frag dich ‘mal wer das überhaupt entscheiden sollte. Wenn wir diese Technologie erst einmal entwickelt haben, können wir uns immer noch über Ethik streiten und uns entscheiden ob wir sie einsetzen oder nicht.

„Aber zumindest hätten wir eine WAHL!“ So de Grey.

Zurzeit sterben jeden Tag über 100.000 Menschen an altersbedingten Erkrankungen!

Nach de Grey hat deshalb kein Mensch das Recht seine Forschung zu verbieten.

Er sieht es als seine Verpflichtung an, der Menschheit diese Option zu geben!

Allerdings ist seine Forschung von Spendengeldern abhängig. Und leider scheint sich im Moment kaum jemand dafür zu interessieren sie voranzutreiben.

Warum ist das so? Was glaubst du?

Sind wir zu sehr darauf konditioniert, dass wir das Altern einfach akzeptieren müssen? Dass wir es nicht ändern können? Dass es einfach ein natürlicher Teil des Lebens ist?

Falls du dich mehr über das philisophische Konzept von Unsterblichkeit interessierst und wie wir eines Tages dort hingelangen könnten – schau mal hier vorbei:

Künstliche Superintelligenz (2/3) – Das Disney Szenario

Aber was ist deine Meinung? Würdest du ewig leben bzw. zumindest die Wahl haben wollen, oder kommt dir der Gedanke eher unnatürlich vor?

 

 

 

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